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Wikinger vs Wölfe oder „wo ist der Schalter?“

Es kostet dem Fan schon eine gewisse Überwindung, sich Spiele der HC Rhein Vikings anzusehen, das ist nicht despektierlich gemeint, sondern weil - wenn der Vergleich zur letzten Spielzeit erlaubt ist - es mehr als krakelig läuft derzeit.

Das „Warum“ und „Wieso“ wurde ausreichend überall rauf und runter behandelt, einzig das „Wie lange noch“... interessiert.


Man muss ganz einfach punkten und vorzugsweise gegen Tabellennachbarn, wie z.B. die Wölfe aus Rimpar, derzeit auf Tabellenplatz 16, gleichzeitig der erste Abstiegsplatz. 

Die Leistungen der letzten Wochen, die bekanntgewordenen Querelen zwischen Ex-Coach und Spieler haben auch bewirkt, dass der Fan den Weg ins Castello nicht mehr findet, dass ist für das finanzielle Polster für die Zukunft mehr als ungut. Man befindet sich in einer Spirale, die nur unterbrochen werden kann, wenn die Leistung wieder abgerufen wird. 

Das Team ist namentlich absolut gut genug, ein Wörtchen in der 2. Handball Bundesliga mitzureden, alleine der Schalter für den Turbo wurde bisher viel zu selten umgelegt.


Ich erinnere mich noch recht gut an das Spiel in der letzten Saison, als die Vikings mit 24:22 gewinnen konnten, nicht schön, aber erfolgreich und genau das ist auch der Punkt: Es müssen auch einmal „dreckige“ Siege her, wen interessiert der Kempa-Trick oder der eingesprungene Doppelaxel, wenn es nicht klingelt im Kasten und am Ende daheim immer einmal weniger als beim Kontrahenten?

Ich gebe zu, dass ich erst in der zweiten Saison „aktiv-passiv“ dabei bin, aber mir ist das Team ans Herz gewachsen und es schmerzt mich als Fan, die Tabelle auf den Kopf stellen zu müssen, um mir selbst ein Lächeln zu entlocken.


Eine Minute zu spät in der Halle eingelaufen und draußen schon ordentlich Radau mitbekommen, die Fans waren da und haben sich offensichtlich vorgenommen, dass Team lautstark zu pushen. Das fruchtete auch zu Beginn, bis das Team ab dem 5. Tor kollektiv eine Torwurfauszeit ausnahm und Rimpar fröhlich auf 5:12 davonzog. Die Kiste war wie vernagelt. 

Halbzeit 7:12 wenigstens noch, aber die Verunsicherung war förmlich mit Händen zu greifen.  


Was da in der Pause so wirklich mit der Mannschaft passierte, schwer zu sagen, es schien, dass der Trainer die richtigen Worte fand, denn es begann eine Aufholjagd, die es in sich hatte.

Und trotzdem immer wieder - und das war zum Haare raufen - kaum waren die Vikings in Schlagdistanz, da würgten die Wölfe irgendwie wieder einen rein, dazu ein Strafzeiten-Festival aller erster Güte. Trotz beherztem Kampf - und leider auch Krampf - war spätestens 10 Minuten vor Ende irgendwie auch klar, das kann nur über Kratzen, Beißen und fiese Worte klappen. 


An Engagement lag es nicht, Bozic im Tor hatte unglaubliche Szenen und Pippo Pöter schmiss sich in alles rein, traf und bekam dermaßen auf die Socken, was für zwei Spiele gereicht hätte, aber - und das verfolgt die Vikings wie die Mistfliege den Dunghaufen - die Chancenauswertung war wieder einmal unterste Schublade.


Am Ende blieb eine Niederlage mit einem gammligen Tor unterschied. Glückwunsch nach Bayern zum 20:21 Sieg.

Ich finde, man darf ein klein wenig frustriert nach Hause schleichen und trotzdem, zu Ende ist es erst, wenn die dicke Dame gesungen hat.


Euer Heiko Sauer

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