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On the road again to hockeytown…

Es kommt – alleine der Geografie geschuldet – nun nicht so häufig vor, dass ich bei meiner großen „Eishockeyliebe“ aufschlage, aber wenn, dann lohnt es sich in dieser Saison eigentlich immer.


Im Vorfeld wühle ich mich zu gerne durch diverse Statistiken, auch um einen Blog ein wenig rund zu machen, wenn ich schon in der kommoden Lage bin, mit dem Zug anreisen zu können.

63 Treffer, 34 Gegentore, das bedeutet nichts anderes, als das in beiden Kategorien Mannheim in der DEL Platz 1 belegt, obwohl z.B. kein Spieler der Adler unter den Top 5 nach Punkten ist (großartige Ausgeglichenheit, völlige Unberechenbarkeit). Mit Andrew Desjardins +17 in der Plus / Minus Statistik der Leader im Team, dazu eine deutlich stabilere Abwehr gegenüber der letzten Saison und mit Moritz Seider ein Supertalent mit seinen erst 17 Jahren.


Coach Gross hat bisher das Maximum aus dem Team herausgeholt und es gab kaum negative Ausreißer. Er hat es innerhalb relativ kurzer Zeit geschafft, seine Spielidee durchzusetzen und ziemlich perfekt das Team ergänzt.


Man konnte erwarten, dass die Adler ein Wort vorne mitreden werden, das war aber tatsächlich in der Vergangenheit immer so und doch wurde man zu oft enttäuscht. Erst seit dem Umbruch und der neuen Ausrichtung – auch nach Skandinavien – bewegt sich wieder einiges und der Begriff „Mannheim Hockeytown“ ist derzeit so stabil und wahrheitsgetreu wie schon lange nicht mehr.


Einer meiner Lieblingsgegner seit ich zum Eishockey pilgere, sind die Haie und es ergeht wohl nicht nur mir so, denn die Adler vermelden „ausverkauft“, alles weg, nix geht mehr, rien ne vas plus! Und das, obwohl es in der Tabelle nicht DAS Spitzenspiel schlechthin sein sollte. Mannheim vorne weg mit 42 Punkten und Köln hechelt mit 28 Punkten und haarscharf noch Platz 6 behauptend hinterher und trotzdem, das Duell hat was, alleine auch, weil es so melodische und fröhliche Schlachtgesänge gegen das Team aus der Domstadt gibt, immer wieder gerne gehört.


Blicken wir doch einmal auf das Spiel:

Wie bekommt man keinen hinten rein? In dem man den Gegner einfach mal in seinem Verteidigungsdrittel Handschellen anlegt. Gefühlt bis zum ersten Powerbreak ein ständiges Getümmel vor Gevatter Wesslau im Haie Kasten. Endras im Adler Tor mit gymnastischen Übungen, um nicht anzufrieren.

Das 1:0 erwähne ich mal so beiläufig – Katic war der Schuldige – denn aufregender war, was ein Reul, der viel Gescholtene, hinten wegräumte, das war zum Zunge schnalzen. Über Desjardins große Worte zu verlieren, ist wie Eulen nach Athen tragen. Das 2:0 war Zucker in Überzahl herausgespielt. Das es doch nur 2:1 für Mannheim im ersten Drittel stand, ist einer 3:5 Unterzahl geschuldet und kaum zu verhindern gewesen. Unterm Strich: Wow und Hockey at it´s best in Blau-Weiss-Rot.


Im Drittel 2 und ein paar Unterzahl später, nach wie vor hochkonzentriertes Eishockey der Hausherren. Die Steigerung von „Druck“ ist „Überdruck“, ungefähr so agierten die Mannen aus der Kurpfalz weiter vor sich hin und wäre da nicht ein Onkel Gustaf im Haie Kasten, es hätte böse neblig ausgesehen. 
Naja, dann drängelt, drückt und powert man und ein vernünftiger Angriff der Kölner bringt den Ausgleich und danach sucht man verzweifelt den verlorenen Faden. Irgendwie ein Missverständnis zwischen Aufwand und Ertrag und das auf beiden Seiten.
Anmerkung an den Torwarttrainer der Adler: Dringend der #44 das Abprallen direkt nach vorne abgewöhnen, ist überhaupt nix für das empfindliche Pumpsystem der Fans. Gottseidank blieb es trotzdem beim 2:2 im Mitteldrittel.


Im letzten Drittel hieß dann – oh Wunder – weiterhin Mannheim gegen Gustaf Wesslau, so alle Nase lang scheiterten die Plachta´sWolf´s und Co. an dem Teufelskerl aus Upplands Väsby. Erst „the man with the red helmet“ Mr. Smith, aus meiner kanadischen Lieblingsstadt, vollendete großartig nach einem herrlichen Break. Das 3:2 ziemlich verdient und wie es der Eishockey-Beelzebub so wollte, ein – zweifelsfrei – hübsches 3:3, wenig später nur.
Aufgemerkt: Geschenkt gibt’s nix, ist noch nicht Weihnachten und auch gegen Köln musste mächtig geackert werden. Ach ja, da war doch noch was, Überzahltor das Zweite und die Maschine #89 Wolf war so frei.  Puhhhh...

Das Empty-Net´ter durch Plachta zum finalen 5:3 nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis und gewinnen aus diesem Spiel folgende Gewissheit: Unnötig schwer getan und der Gustaf ist schon echt ein Guter.


Euer Heiko Sauer

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