....ihr habt ja euren Beruf zum Sport gemacht.

Dieser wüste Satz sprach sich flüssig, durch einige dunkel getönte und in viel zu kleinen Gläsern gereichte Mönchsgetränke galant unterstützt und der im Eifer des verbalen Gefechtes auch nicht ausgiebig im Oberstübchen bedacht wurde.


Natürlich wollte ich ganz was anderes sagen, was dann in etwa so heißen müsste: Ihr habt ja eure Leidenschaft - den Sport - zum Beruf gemacht. Der Freud‘sche Versprecher - Trommelwirbel an „lapsus linguae“ Trommelwirbel aus - fiel anlässlich eines gemütlichen Zusammenseins der Sportstadt Düsseldorf(er) und logischer Diskussionen über so ziemlich alle sportlichen Themen, die den gemeinen Landeshauptstädter beschäftigen. Wie komm ich jetzt drauf?

Ach so, ja „Sport zum Beruf und Leidenschaft und so...“, da schließt sich jetzt auch sofort das wahre Thema an: Handball bei den Rhein Vikings.


Das Thema Handball striezt den Liebhaber des klebrigen Balles in diesen Tagen (und so vielen Tagen davor) ganz besonders und somit fiel mir nix besseres ein, als an einem Freitag im Castello bei den Vikings mal wieder vorbeizuschauen - nicht um mich zu ärgern oder danach enttäuscht von dannen zu ziehen - sondern um zu schauen, ob aus der einen guten Halbzeit gegen Hüttenberg, eine zweite gegen Eintracht Hagen folgen würde oder anders ausgedrückt, ich gebe zu, ziemlich rustikal, ob die Schei*** an den Griffeln endlich mal trocken und abgefallen ist.


Vorab schon ein interessantes und fachlich starkes Gespräch mit den Jungs von der „roten Wand“ gehabt - Dirk und Thomas - die Burschen verstehen Handball „Hut ab“.

Die Teams farblich wie Schwarzbrot gegen Brasilien, für so Farbenlegastheniker wie ich, ein echter Traum die Trikots.

Und doch erstmal wie immer, aus 3:0 wurde ratzfatz ein 3:4 und sehr auffällig, während sich die Vikings jedes Tor förmlich erbuckeln mussten, mogelten die Hagener ihre Tore teilweise recht entspannt ins heimische Netz. 

Das war jetzt mal nicht die wirklich gute und motivierende erste Halbzeit, eher eine mittelschwere Katastrophe, gut, ersetze Katastrophe gegen Blockade für die „men in black“, klingt weniger dramatisch, sagt aber Gleiches aus. 12:17 sprach schon eine deutliche Sprache. 


Tja und dann hat man kein Glück und wenn dann auch noch Pech dazu kommt, dann hieß das arme Ding da leider viel zu oft HC Rhein Vikings.


Hundertprozentige liegen lassen kann jeder, in der derzeitigen tabellarischen Situation, müsste das aber absolut verboten werden. Auf mich hört ja keiner und besser kann ich’s auch nicht, dafür verdiene ich aber auch kein Geld und fahr schon gar nicht so ein schickes beklebtes Auto wie die Wikinger.

So, genug gerumpelt.

Tatsächlich rissen sich die Bohrmann Buben in der zweiten Halbzeit halbwegs zusammen, so dass der Vorsprung der Keks-Städter nicht allzu groß wurde, aber auch nicht wirklich signifikant kleiner.

Wenn es doch nur 2-3 Ali Oelze‘s mehr geben würde, dann sähe es ganz sicher weniger trostlos aus.


Im Grunde gebe ich ungern zu, dass der HC einfach nicht gut genug für die Liga ist momentan. Ich bin gespannt, ob ein Gönner seine Schatulle für 2-3 gestandene Profis in der Winterpause nochmal öffnet. Tut Not.


Unterm Strich: Verloren und das am Ende doch wieder deutlich mit 23:28.


Das Positive des Spiels: Keine Verletzten, die Stromversorgung im Castello ist verlässlich und die Security hat hübsche blaue Windjacken an.

Und man sieht sich trotzdem wieder, aufgeben ist was für Warmduscher.


Euer Heiko Sauer


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