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Hallenhockey ist wie Eishockey nur warm

Einerseits stimmt es, andererseits auch wieder so gar nicht. Warum?

Nun ich versuche mich mal an der Lösung.

Samstag 05.01.19 Derbytime in der 1. Hallen-Hockey Damen Bundesliga zwischen dem DHC und Rot-Weiss Köln.

Welcher Einstieg in einen Sport ist denn sinnvoller, als sich gleich ein Derby anzutun? Eben!

Dazu hatte ich mit dem Sportstadt Kollegen Jan Fischer einen echten Kenner der Materie an meiner Seite.


Apropos „echter Kenner“, wenn ich ihn nicht gehabt hätte, dann gäbe es deutlich mehr als ein Fragezeichen gerade bezüglich der Regeln und deren Auslegungen. 

Das finde ich jetzt als Hockey-Live-Newcomer schon - na ich sage mal - gewöhnungsbedürftig.


Mein persönliches Highlight dahingehend übrigens „ein Brett legen“, es ist zwar nicht erlaubt, eine stabile Eichenwand zu zimmern, aber das war damit auch nicht gemeint, sondern man darf das Spielgerät dauernd flach auf den Hallenboden legen - da kommen schon mal gut 5 Meter Schutzwall, bei 5 Feldspielerinnen zusammen - somit einer stabilen Bretterwand nicht unähnlich. Ein Durchkommen kaum möglich für die Gegner, ist zwar langweilig, aber eben trotzdem erlaubt.

Aufgrund der Pingeligkeit der Regeln, kann es schon mal leicht passieren, dass die Schiedsrichter ein Dauersauen im Ohr haben, weil sie permanent in die Pfeife pfeifen. 


Während jedoch zum Beispiel beim Rundball erstmal reklamiert und sich winselnd auf dem Rasen gewälzt wird, gibts im Hockey vielleicht grad mal einen bösen Blick und Achselzucken und es wird sowas von umgehend weitergespielt, dass null Möglichkeit besteht, in den „Foulzeiten“, zum Friseur zu gehen, geschweige das nächste frisch Gezapfte oder die Currywurst zu holen. 

Keine Chance. Extrem hohes Tempo, für den gemütlichen Fußball oder Football Zuschauer mächtig anstrengend. 


Da schließt sich auch der Kreis zum Eishockey: Tempo, Tempo und nochmal Tempo, alles gepaart mit ein gutes Stück Härte plus reichlich Aktion vor den Toren.

Das Endergebnis: Große Klasse!


Wenn man dazu noch weiß, dass die deutsche Hallenliga wohl die stärkste der Welt ist und gerade in Düsseldorf etliche Nationalspielerinnen rumlaufen, dann sollte sich der Sportinteressierte unbedingt mal ein Heimspiel am Seestern geben.


Gespielt wurde natürlich auch und da mein Sitznachbar, der sich nun wirklich auskennt, gesagt hat: „Die Augen immer auf den Ball“, tat ich wie geheißen und erlebte 12 Tore (!), 7 auf Kölner Seite und 5 auf Düsseldorfer. Formidable Torfrauen verhinderten hüben wie drüben einen höheren Einschlag, was beide Damen rausfischten und wie sie sich immer wieder - zwar dick gepolstert, aber trotzdem sehr mutig - in die Schüsse warfen, das war absolut Klasse.

Düsseldorf gewann 7:5 aufgrund der etwas stärkeren Defensive in Halbzeit 2 und der technischen Finesse ihrer Nationalspielerinnen, durchaus verdient.


Ich habe gemerkt, dass mir dieser Sport so dermaßen Spaß gemacht hat, dass beschlossen wurde: Ich komme wieder und hoffe, den einen oder anderen Neugierigen animiert zu haben, es mir gleich zu tun.


Euer Heiko Sauer

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