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Leichtathletik at it’s best in Düsseldorf

Als die Idee geboren wurde, sich das PSD Indoor-Leichtathletik- Meeting in Düsseldorf anzuschauen, da dachte ich mir, na toll, ein ruhiger, beschaulicher Abend, nette Leute, warme Halle, lecker Essen und Trinken und entspanntes Sitzen.

Ich dachte also, das ist mal so ganz anders als Eishockey, Handball und Basketball mit seinen enthusiastischen, lauten Fans.

Dachte ich. Falsch gedacht. Wenn ich schon mal denke, kommt oftmals Seltsames dabei heraus.


Schon als Deutschlands beste Kugelstoßerin, die ungemein sympathische und bodenständige Christina Schwanitz, die 19 Meter mal so nebenbei knackte, das war Stimmung in der Bude.  


Vorläufe über 60 Meter und 60 Meter Hürden waren genau so schnell rum, wie die 400 und 800 Meter Raserei, dass man kaum atmen konnte, der Stabhochsprung der Damen, mit winzigen Sportlerinnen und viel zu langen Stäben, zog das Publikum ebenso in den Bann, wie auch die Show der venezolanischen Dreispringerin Yulimar Rojas, eine Dame mit unendlich langen Beinen und ein wahres Showtalent. Sie riss alle mit und ihr Lachen und die Freude über den Sieg war so herrlich anzusehen.


Dann die Performance der Gebrüder Ingebrigtsen aus Norwegen, Jacob gewann unnachahmlich und sein Bruder Platz 3, knapp hinter dem Äthiopier Tefera, der Gesamtsieger wurde.

Als man dann am Ende der Veranstaltung nur noch auf das Finale der Herren über 60 Meter Hürden und seinem großen Star Orlando Ortega aus Spanien wartete und sich mal so nebenbei noch das Hochsprungfinale der Männer und seinen schlaksigen und langen Athleten geben wollte, da passierte genau das, was man im Sport immer wieder und gerne live sehen will.


Aus diesem „mal so nebenbei“ wurde eine echte und fesselnde Hochsprungparty vom Kaliber „hast du noch nicht gesehen“.

Der als Gesamtsieger bereits feststehende Naoto Tobe aus Japan duellierte sich mit dem Chinesen Yu Wang, ich nannte es „the battle of the elastic springs“. 

Die zwei bestanden wahrhaftig nur aus Oberschenkelmuskulatur und lieferten sich bis in die Höhe von 2.34 Meter einen Wahnsinnskampf. Großartig!

Das ganz am Schluss Ortega die 60 Meter Hürden einsackte, war das i-Tüpfelchen auf einen tollen Abend.


Nicht nur sportlich war der Abend ein Erlebnis, auch die Orga war toll. 

Besonders schön anzusehen, war das Fußvolk der vielen Helfer, die dem Auszug aus dem Berg - der Zwerge aus Schneewittchen - gleich, in blau gewandet und im Gänsemarsch zu den Stationen in den Pausen wanderten und  in Windeseile alles umbauten, aufstellten und abräumten. 

Es fehlte wirklich nur noch das „Heiho, Heiho, wir sind vergnügt und froh“.

Großes Kompliment an alle Helfer, das war pure Unterhaltung.


Einen Wermutstropfen gab es jedoch, leider muss ich sagen:

Es ging viel zu schnell vorbei!

Die Zeit bis zum nächsten PSD Bank Leichtathletik-Indoor-Meeting ist noch so ewig lang hin.

Eines wissen wir, 2020 sind wir natürlich wieder dabei, versteht sich.


Euer Heiko Sauer

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