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Handball ist einfach ein toller Sport

Zugegeben, es fällt dem puren Fan oftmals schwer, einfach nur ein Fan zu sein, besonders dann, wenn es einem Team gerade einmal nicht so prickelnd gut geht - das ist noch recht charmant ausgedrückt - um es mal rustikal auszudrücken: Es klebt mächtig Kuhmist an den Adiletten der Vikings.


Schreckt das dem ländlich aufgewachsenen und gülledufterprobten Gummistiefelträger ab, seinen Lieblingssport darum nicht live anzuschauen?

Im Leben nicht!

Wen interessiert schon der Tabellenplatz,  wenn man den Sport einfach nur gerne hat und wen interessiert eine kaum konkurrenzfähige Mannschaft in der 2. Bundesliga, wenn neue, junge Gesichter für einen Verein in der Zukunft Gutes verheißen.


In Amerika ist ein „Rebuild“ eines Teams im Profisport ein völlig normaler Vorgang. Zugegeben, als freiwilligen Neuaufbau kann man das nun grad nicht unbedingt bezeichnen, aber im Wesen wird es nichts anderes sein.

Alte, arrivierte Kräfte verlassen den Club, es werden Ressourcen frei, neue, talentierte und unverbrauchte Spieler nehmen die Plätze ein.

Ein Team kann auch durch harte Zeiten gehen und stark werden oder es nochmal ländlich rustikal auszudrücken: Wenn der Kuhmist an den Latschen trocken ist, einfach abklopfen, dann läuft es sich wieder leichter.


Moritz Goergen, Til Klause, Daniel Kuepper Ventura, Tim Schröder (gute Besserung übrigens), Daniel Zwarg, Nils Conrad und das sind noch nicht mal alle. 

Welches Team schätzt sich nicht glücklich, solche Nachwuchskräfte in seinen Reihen zu haben, die dazu auch sofort bereit sind, sich komplett in den Dienst der Mannschaft zu stellen?


Natürlich ist der spontane Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich gewaltig, aber diese Zeit in der Klasse, wird das junge Gemüse (mit dem Ausdruck „junge Wilde“ habe ich persönlich ein paar Schwierigkeiten) lernen und ich erinnere da an die Zeit bei der DEG nach dem Metro-Ausstieg.

Ins kalte Wasser geworfen, sind diese Spieler heute teilweise Nationalspieler oder wenigstens komplett in der höchsten Spielklasse etabliert.


Es wurde auch gespielt am Freitagabend und das gegen VFL Lübeck-Schwartau aus dem hohen Norden.


Die Marmeladen und Marzipan Städter, kamen als Tabellenachter ins Castello.

Sehr massive, offene Deckungsarbeit gegen überschaubar kreative Nordlichter in Halbzeit 1, bescherte nach knapp 15 Minuten sogar die zwischenzeitliche Führung der Hausherren von 8:7. Aus der A-Jugend durfte Paul Dreyer schon in der ersten Halbzeit ins Gehäuse und das hat er absolut überzeugend gemacht der junge Bursche.

Das enge 13:14 zur Halbzeit haben sich die Vikings wahrlich hart erarbeitet und völlig verdient.


Mir knappem Rückstand für das Heimteam ging’s in Halbzeit 2. Weiterhin harte und effektive Defensive, die körperlich robusten VFLer konnten sich erst ab Minute 40 etwas absetzen. 

Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Fehler schlichen sich bei den Vikings ein, der Kräfteverschleiss bei den letzten erfahrenen Cracks machte sich bemerkbar. 

Coach Bohrmann konnte dir jungen Leute auch aufgrund der Mehrfachbelastungen (A-Jugend, 2. und 1. Mannschaft) nicht permanent aufs Feld lassen. Völlig verständlich.


27:33 für die Lübeck-Schwartauer. Geht in Ordnung, aber die Vikings haben alles in die Waagschale geworfen. Gut gekämpft und man sieht sich.


Euer Heiko Sauer 

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