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Das ist Play Off at it’s best

Als die DEG im ersten Auswärtsspiel in Augsburg - gelinde gesagt - einen Arschvoll vom Allerfeinsten bekam und wir kurz danach den Entschluss fassten, „dann schauen wir uns am 22. halt das letzte Saisonspiel im Dome an“, konnte doch niemand wirklich ahnen, dass diese Tickets mal ganz sicher nicht die letzten sind in der Saison 2018/19.

Diese heiße Serie - und das ist sie für mich - fasziniert. 

Das 4:1 in Düsseldorf war schon mal ein echter Kraftakt, dem folgte in Augsburg das Erklimmen der Puppenkiste mit einem großartigen Auswärtsspiel und dem bockstarken 4:3. Da hat Urmel dem kleinen dicken Ritter gezeigt, was Teamplay bedeutet, für mich bisher das beste Spiel beider Teams in der Serie.


Keinen Pfifferling - gebe ich gerne zu - habe ich auf die DEG gesetzt, nach dem Desaster in Spiel 1. Als freundlicher Mensch hatte ich danach einfach mal nur die Klappe gehalten, nichts geschrieben und auf das Können des Coaches gehofft, alles zu analysieren und zumindest nicht mit einem Sweep abzurauschen. 

Tja, Coach Kreis hat mich nicht enttäuscht, besser noch, er hat einen echten Plan gehabt, sich das Heimrecht zu holen. Das war schon allererste Sahne am letzten Sonntag.


Es hieß also kurz und knapp: 

Matchpuck für die DEG oder Ausgleich.

Die Panther hatten rund 800 (!) Supporter aus der Fuggerstadt eingepackt und mitgebracht, einfach großartig, sowas gehört zu den Play Offs, wie ein frisch Gezapftes in den leeren Becher.

Beide Teams mit 20 Feldspieler, Augsburg hat aber mal vorsichtshalber 3 Goalies im Gepäck, Bammel, dass die rasante Sturmmaschine in Rot-Gelb ordentlich verschleißt?


Wer John Carpenter‘s „Fog, der Nebel des Grauens“ kennt und die Fantasie hat, sich eben diesen Nebel im Anflug auf Antonio Bay vorzustellen, der weiß sofort was ich mit „das Spiel waberte so vor sich hin im ersten Drittel”, meinte. Als mein Nachbar Jürgen noch furztrocken anmerkte, ...”die spielen grad so, als ob bereits im ersten Drittel die Verlängerung stattfindet...”, war klar: Wenig Risiko und eher auf Pucksicherheit bedacht. Es waberte eben so hin und her. Das 0:0 dann auch logisch. Kein schlechtes Spiel, aber sehr taktisch geprägt.


Als wenn irgendjemand meine Zeilen las, ging Drittel 2 ab wie Fruchtgummi und Augsburg netzte zum 1:0 aus dem Getümmel ein, grad zu Ende geärgert, prompt das 2:0 hinterher, nach nicht mal 3 Minuten auf der Uhr.

Neben Goalie Roy hatte aber auch ganz klar das Gestänge hinter dem Hexer eine Rot-Grün-Weisse Lackierung, zweimal machte es mächtig Pling, Pech für die DEG. Es gibt aber immer noch Ryan „Sniper“ McKiernan, der Maß nahm und von der Blauen durch Freund und Feind das Netz verbeulte. Ergebniskorrektur, mit einem 1:2 ging’s ins letzte Drittel. Das war jetzt echtes Play Off Hockey.


Keine Redewendung passte zu den ersten 10 Minuten des letzten Abschnitts besser, als „das geht aus wie das Hornberger Schiessen“, viel Getöse - zuweilen bei 5 gegen 3 Überzahl fürs Heimteam - und nix kam rum. Dafür brauchte der eine oder ander Fan seine Herztropfen oder wenigstens einen guten Hub Klosterfrau Melissengeist, es war aufregend ohne Ende.

Die Sekunden tropften runter, der Augsburger Anhang feierte lautstark und warum? Leider zurecht, clever den Laden vor Roy dicht gemacht und somit Ausgleich in der Serie.


Sonntag in Augsburg gehts ins Spiel Nummer 5.


Oh man, was liebe ich Play Offs.


Euer Heiko Sauer


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