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Sommer goes Strandbad Lörick

Als Nordlicht und Freund des flüssigen Aggregatzustandes vom Eis, zieht es mich - ganz besonders, wenn die Temperaturen tropischen Ausmaßes annehmen - klar in diese Richtung.

Diesmal das Strandbad Lörick auserkoren, nicht nur um die gebrechlichen, arthritischen Gelenke dem gelben Planet entgegen zu strecken, sondern auch sportlich, bewaffnet mit Schwimmbrille und aerodynamisch geschnittener Badeshorts, einige Bahnen bäuchlings abzuarbeiten.

Zum Triathlon in diesem Jahr hatte es ja nicht gereicht - in Ermangelung von Zeit und Lust - und was trifft sich da besser, um eine Schwimmtraining-Location für die neue Saison zu testen?


Sonntag früh 9 Uhr, bestes Wetter und auf die Idee, dieses früh zu nutzen, kamen auch viele, sehr viele andere. Erfreulich jedoch, wie zügig und zackig die Schlange abgefrühstückt wurde. Großes Lob an die Dame an der Kasse, super freundlich und immer lächelnd, habe mich auf Anhieb wohlgefühlt.

2 Schwimmbäder und ohne Ende Liegewiese drumherum, ich kam mir vor wie John Wayne, der in Montana auf einem Hügel sitzend, auf sein Land herunterblickt. Alles meins, Platz, viel Platz.


Im Gegensatz dazu hieß es, wer unbedingt eine Liege braucht, der muss als warm up sprinten, 2 Minuten nach Öffnung ausverkauft.

Nun, als gestählter Spanienurlauber und Dauersieger im „mein-Handtuch-liegt-zu-erst-auf-der-Liege-ätsch-Sport“ natürlich kein Problem, aber viele zog es auch freiwillig mit Sack und Pack auf die fußballfeldgroße Liegewiese.


In einem der Becken waren 2 Bahnen durch Seile und Bojen eingegrenzt, als so genannte Power-Bahnen, da tummelten sich die aktiven Sportler und aus Respekt, wagte sich dort auch nicht Mutti, Vati mit Lena, Paulchen und Schwimmflügel rein, wunderbar Platz, um seine Strecken zu ziehen.

Auffällig, dass große Rücksichtnahme herrschte und alles extrem gut und rhythmisch ablief, einfach klasse.

Einer der Olympioniken - anders kann ich den durchtrainierten Burschen nicht bezeichnen - sagte mir im Gespräch: „Jeden Morgen in der Woche, pünktlich 6 Uhr, ziehe ich mein Kraul-Pensum von 3000 Meter hier durch“. Respekt und ich wollte auch schauen, ob ich ihn im Fernsehen bei der Triathlon EM in Frankfurt entdecke, bei dem Gewimmel natürlich die Nadel im Heuhaufen. 


Nach dem Sport hieß es Energie tanken, dafür gabs 2 Container voller Köstlichkeiten. Kaffee, frisch Gezapftes, Bockwurst, Pommes und Bonner Süßigkeiten en masse. Alles was das Herz begehrte zu moderaten Preisen, dazu in Schlurfnähe ein paar recht gemütliche Sitzgarnituren. Alter Falter, wer sowas hat, braucht definitiv kein „Maalooarka“.


Unterm Strich, ich habe meine sportliche und kulinarische Erfüllung gefunden und muss ernsthaft darüber nachdenken, aus meiner Couch-Komfortzone rauszukrabbeln und 2020 den Düsseldorf Triathlon zu rocken.


Cooles Bad, lohnt sich auf jeden Fall mal vorbeizuschauen.


Euer Heiko Sauer