ART Giants at home

Donnerstagabend 20 Uhr zuhause vor der Glotze Maccabi Fox gegen FC Bayer München reingezogen und völlig fasziniert von den sangesfreudigen Fans aus Tel Aviv, die - zehntausend Kehlen stark - aus einem Euroleague Basketballspiel ein Gesangscontest der Fischer-Chöre gegen Mano Michaels 1600 Gospelfans machten. 

Der Wahnsinn hatte einen Namen.

Und doch, was ist denn „sowas“ gegen den Samstagabend in der Comeniushalle zu Düsseldorf, das Spiel zwischen den heimischen ART Giants und den Gästen aus dem hohen Norden, aus Wedel?


Beide Teams 4 Siege, 6 Niederlagen, Platz 7 gegen Platz 9. So ein typisches wer-das-gewinnt-der-kann-mal-etwas-durchpusten-Spiel, somit mal richtig wichtig.

Werfen wir mal einen Blick auf das Treiben zwischen den Körben:


Aber HALLO erstmal, „a new Kid in da town“, willkommen Sven Jeuschede, niegelnagelneuer Shooting Guard aus Montana neu im Team der ART Giants. Aus dem Flieger sozusagen direkt aufs Spielfeld. Wir waren gespannt wie ein Flitzebogen. 

Erstmal nur auf der Bank, den Jetlag aus den Knochen kriegen und mitansehen, wie Wedel frisch aufspielt und zügig 16 Punkte vorlegt. Über 5:30 (!) Minuten keinen eigenen Korb, das ist schon recht selten und bedenklich.

Hüllen wir über Viertel 1 den Mantel des Schweigens: 11:21.


Viertel 2 und Coach Jönke noch relativ ruhig und entspannt, trotz der vogelwilden ersten 10 Minuten. Besser liefs in den ersten Minuten von Seiten der Einheimischen nicht wirklich. Eklatante Abschlussschwäche, aber es wurde wenigstens gefightet. Auffällig - und das auf beiden Seiten - die hohe Anzahl der Schrittfehler, dazu die Ungenauigkeit im Passspiel und Reboundschwäche der Düsseldorfer. 

Zusammengefasst: 

Das Einmaleins des Basketballs ließ das Heimteam beinah zur Gänze in der ersten Halbzeit vermissen. Enttäuschend. Folgerichtig 22:44.


Zu Beginn des 3. Viertels ein Aufflackern der Erkenntnis, dass es nur mit bedingungslosen Kampf geht. Das war jedoch verheerend für die Foulstatistik. Zvinklys und Wilkins mit 4 Fouls auf der Uhr, dazu auch Alex Möller gefährdet.

Jeuschede griff erstmals ins Geschehen ein und man konnte schon erkennen, dass er in Montana Ballhandling als Leistungskurs belegte. Auch dieses Viertel ist mit 37:58 in die Hose gegangen. 


Das letzte Viertel und man wünschte sich Korbmaschinen à la Abdul-Jabbar, Mailman Malone oder Kobe Bryant in die Comenius, träumen erlaubt. Kampf war den Weissen nicht abzusprechen, wirklich nicht und auch die Konzentration kam zurück, leider viel zu spät. Man kam einfach nicht auf Schlagweite heran. 

Wedel an diesem Abend einfach bereiter, viel nerviger, schneller und humorloser, so zieht man einem behäbigen Team den Zahn. Respekt. 

Endstand: 57:74.


Gut, dann bleibt nur noch die Phrase: Mund abputzen, Krone richten und weiter, immer weiter.Solche Abende gibt es, nicht zu ändern.


Der wahre Lichtblick an dem gebrauchten Basketballabend, ganz eindeutig die Cheerleader, klasse Performance, weiter so!


Euer Heiko Sauer