Bye, bye Friedhelm

Weißt du Friedhelm, du bist schuld daran, dass ich mich tatsächlich ein wenig mehr für den Millionario-Rumwälzer-Schauspieler-Sport interessiert hatte, als viele Jahre zuvor. Irgendwann hatte ich mal abgeschlossen mit dem Ballsport, irgendwann mochte ich ihn einfach nicht mehr.

Ja und dann kamst du nach Düsseldorf und um Dich eine Aura, der ich mich nicht entziehen konnte. 


Da stand dann da ein Oldschooler an der Seitenlinie, einer der knurrig und mitunter giftig daherkam, aber auch verschmitzt und sehr nett zu uns „Fans“.

Einer der so unendlich viel erlebt hatte, auf und neben des Platzes, dem wahrlich nichts fremd war und der sich keine Sekunde mehr verbiegen musste. Was hab ich immer deine Interviews genossen oder deine Art und Weise das Team zu pushen.

Du warst bei der Fortuna ein ganz Großer, Du konntest sogar den Blödsinn letztes Jahr verzeihen, als man dir das erste Mal an die Wäsche wollte. Das war großes Kino Friedhelm, das kann nicht jeder.


Ich bin immer gerne ins Stadion gegangen - wenn auch selten - und immer hatte ich mehr Augen auf dich, als auf das Spiel gerichtet. Du warst einfach eine echte Type, eine der wenigen im deutschen Profifußball. Du hast mich an einen Ernst Happel, Jupp Heynckes oder auch Hans Meyer erinnert, gute gradlinige Coaches, denen man unheimlich gerne zuschaute und zuhörte.


Aber ja, ich weiß genau, dass sich alles über den Erfolg definiert und ich bin mir total sicher, das weißt auch Du und auch ja, vielleicht kehrt der neue Besen so gut, dass das Team am Ende der Saison die Klasse hält, wer weiß?


Trotzdem, Du wirst mir fehlen.


Ich bin gespannt, ob er sich die Knochenmühle Bundesliga erneut irgendwo anders antut (laut Gazetten mag er wohl nicht mehr) oder seinen mehr als wohlverdienten Ruhestand antritt, mit seiner Anja in Krefeld einfach mal abhängen.


Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte Friedhelm, schon mal über eine „Experten-Position“ beim Doppelpass nachgedacht?


Machet jot Jung.


Euer Heiko Sauer