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Nichts zu verlieren Teil 1


Nie war dieser ausgelutschte Spruch sinnhafter als bei diesem Spiel:

ART Giants gegen Itzehoe Eagles oder auch Letzter gegen Erster, Platz an der Sonne gegen Kellerabteil ohne Licht oder - und das ist mein Antonym des Tages - Kartoffelacker gegen englischer Rasen.

Eigentlich - auch so ein Lieblingswort - haben die Mannen um Coach Magdowski wenig bis gar keine Chance gegen die Nordlichter, da stehen 6 Niederlagen in Folge bei insgesamt 5 Siegen gegen 4 Siege in Folge und gesammelt 14 erfolgreiche Matches. Wenn man von einem „mismatch“ sprechen darf, dann ganz sicher in diesem ProB Duell. 

Die ART Giants haben keine Chance, haben sie sie genutzt?


Blicken wir ins Spiel hinein:

Ein erster Blick auf das Team aus Schleswig-Holstein und es war klar, warum’s dunkel wurde. Die waren durch die Bank groß, sehr groß und nicht nur die Center, sondern alle. 

Starke 5 Minuten des Heimteams und auch die Dreier saßen und das 14:9 nach 5:00 Minuten überraschend gut. Wilkins mit prima Reboundstatistik und nicht unverdient 18:16, Ende Drittel 1.


Drittel 2 und ein Zwischenspurt des Tabellenführers bescherte die erste Führung nach 3 gespielten Minuten, jedoch alles noch „im Bereich des Machbaren“. Beißer Kehr lief heiß und er pushte das Team bei jeder sich bietenden Möglichkeit. Wenn nur die vermaledeiten Zweier fallen würden, das setzte sich - ähnlich der vorherigen Matches - fort. Nur aufgrund der Unkonzentriertheiten der Eagles, alles noch nicht groß dramatisch. 

Unerklärlich die mehr als dreiminütige Punkteverweigerung des Heimteams. Ein Blick auf die Foulstatistik 9:4, da gewinnen wir irgendwie immer.

Zur Halbzeit 32:31.


Ins 3. Viertel, das Problemviertel der Magdowski-Schützlinge der letzten Wochen und auch diesmal wieder schnelle Körbe gegen das Team zum 34:40 nach gespielten 2 Minuten. Ich bin dafür, das 3. Viertel komplett zu streichen, im Eishockey spielt mal schließlich auch nur 3 Drittel, wer braucht schon eine Halbzeit?


Eine Energieleistung - vor allem

auch durch „Speedy“ DeShaun Cooper - trieb die Heimmannschaft 3 Minuten vor Viertelende auf 48:44, das war sehr stark. Das beste 3. Viertel seit Wochen bescherte den Giganten eine mehr als verdiente 53:48 Führung, eine faustdicke Überraschung bahnte sich an. 


In den entscheidenden Abschnitt und jetzt hieß es Hopp oder Top. Es wurde ein richtig harter Fight zwischen beiden Teams. Düsseldorf klar mit der besten Leistung seit vielen Spielen und das ausgerechnet gegen die Nummer 1 im Norden. Die Führung hielt und auch dank eines bockstarken Deion Giddens (remember Monsterblock) und unermüdlichen Sebastian Kehr.

Der Wahnsinn nahm seinen Lauf, angepeitscht von Publikum bekämpfte man mit Mann und Maus den Gegner und... schaffte es tatsächlich: Sieg Nummer 6, nie war er so wichtig wie jetzt.


Glückwunsch an das gesamte Team und das 78:63 war eine wunderbare und verdiente Überraschung.


In 14 Tagen alle nach Dresden.


Euer Heiko Sauer